Der falsche Standort für eine eigentlich gute Sache

Es ist richtig und wichtig, dass die Autobahnen durch Gütertransport auf der Schiene entlastet werden. Düren ist  und das werden wir mit einer Vielzahl von weit über 10.000 betroffenen Anwohnern im potentiellen Verfahren aufzeigen leider aus vielen verschiedenen Gründen der falsche Standort.

Bereits die von den Projektplanern ins Feld geführte Fraunhofer Studie definiert vier k.o.-Kriterien, die für einen sofortigen Ausschluss einer Planungsfläche führen. Die weiteren Standorte im Kreis Düren erfüllen augenscheinlich je mindestens zwei der Kriterien. Der Standort Vorbahnhof erfüllt diese vier Kriterien zu 100% und kann daher nur politisch gewollt als Klassenbester in die Studie geschrieben worden sein.

Die veranschlagten 120 ha Industriefläche werden nach bisherigen Erkenntnissen nahezu den gesamten Freiraum im Dreieck K2 / L257 / Bahnlinie Köln-Aachen zwischen Arnoldsweiler und Merzenich einnehmen. Die Planer haben in ihren Präsentationen behauptet einen Abstand von 750 Metern zu nächsten Wohnbebauung einhalten zu wollen. Legt man dies als Radius auf der Landkarte an bleibt von der Planfläche nahezu nichts mehr übrig.

Die Projektplaner streben laut eigenen Angaben in der ersten Ausbaustufe einen Dry Port mit drei Kranbrücken an. In der Endausbaustufe sollen vier etwa 35 Meter hohe Kräne rund um die Uhr ihre Arbeit verrichten. Zum Vergleich: der Wasserturm in Merzenich hat eine Höhe von etwa 25 Metern.

Alleine der Verladebereich wird mit einer Mindestbreite von 300 Metern und einer Länge von 800 Metern rund 24 ha einnehmen und dicht an den Straßenzug Auf der Heide heranrücken.

Da eine sofortige 1:1 Verladung von Zug auf LKW und umgekehrt nicht möglich sein dürfte werden unmittelbar am Terminalgelände Parkplätze ggf. mit Autohof, Stell- und Dispositionsflächen benötigt. Die restlichen rund 90 ha werden dann voraussichtlich davon eingenommen.

Bei den geplanten Umschlägen kann man konservativ und linear gerechnet von einer An- und Abfahrfrequenz von 30 LKW pro Stunde rechnen, d.h. alle zwei Minuten fährt mindestens ein LKW auf oder vom Gelände. Annähernd 95% der Container sind nach Aussagen der Planer nicht für Düren bestimmt, als Bestimmungsort wurde das Rhein-Main-Gebiet genannt. Diese Lastzüge werden dann entweder über die A4n oder Tagebaurandstraße L264 an Merzenich vorbei gen Süden fahren oder via A4n oder L257 an Arnoldsweiler vorbei nach Westen gehen. Die beschriebenen 38 ha dezentrale Logistikflächen in den angrenzenden Gewerbegebieten werden ebenfalls dazu beitragen, dass zusätzlicher Verkehr in die Ortschaften gelangt.

Auf einem Puffergelände werden Container üblicher Weise bis zu sechs Einheiten hoch auf etwa 15 Metern Gesamthöhe gestapelt und bieten dann ein attraktives Landschaftsbild.
Jeder Manipulationsvorgang erzeugt dabei erheblichen Lärm. Die Lärmhotspotsituation von Arnoldsweiler und Merzenich ist u.a. aus dem Umgebungslärmportal bekannt und aus einem der vorherigen Beiträge ersichtlich.

Hier genießt man das dörfliche Leben war kürzlich in der Zeitungsbeilage KreisRund zu lesen. Mit diesem Flächenfresser vor der Haustür verliert Arnoldsweiler und Merzenich jegliche Attraktivität.