Wird Merzenich energieautonom?

Damit Bürgerinnen und Bürger von der Umstellung unserer Energiesysteme auf erneuerbare Quellen profitieren hat die Fraktion aktiv für Merzenich hat für die kommende Ratssitzung folgenden Antrag gestellt:

Durch die fortschreitende Temperaturerhöhung besteht zunehmend das Risiko, dass Großkraftwerke aufgrund von Kühlwassermangel gedrosselt werden müssen. Des Weiteren wurde über die Grenzwertverschärfung für Quecksilber gemäß EU-Durchführungsverordnung EU 2017/1442 und der dadurch resultierenden Einschränkung des Weiterbetriebs der rheinischen Kohlekraftwerke über August 2021 hinaus, immer noch nicht abschließend beschieden.

Eine zukünftige dezentrale Stromversorgung ist für die Gemeinde Merzenich eine notwendige Investition für die Zukunft, damit keine Energieengpässe („Blackout“) vorkommen.

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rückt den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer Präsidentschaft. Es ist davon auszugehen, dass EU Mittel zum Klimaschutz deutlich aufgestockt werden. Hier ist unter anderem die Wiederaufnahme des Programms energieautonome Kommunen – „Sustainable energy communities“ zu nennen. Zudem soll das Rheinische Revier, also auch die Gemeinde Merzenich, erhebliche Fördermittel aus Strukturförderprogrammen erhalten. Die wurde in der sog. Kohlekommission beschlossen und befindet sich derzeit in der Umsetzung.

Im April 2019 hat sich die Gemeinde Merzenich bereits als Zukunftsregion „Agrar und Klima“ klar positioniert.

Energieautonome Kommunen werden als innovative Lösungen für die Zukunft von führenden Wissenschaftlern als gute Möglichkeit gesehen, um den CO2 Ausstoß im Energiesektor drastisch zu senken. Das Projekt „Drawdown“ bezeichnet den solaren Ausbau im Dachbereich als sehr effektives Mittel, um weltweit 24 Gt CO2 einzusparen. Investitionskosten von 450 MRD. $ stehen Einsparungen von 3460 MRD $ gegenüber. Merzenich hat genügend Dachflächen, um die Gemeinde mit mehr Strom zu versorgen als tatsächlich benötigt wird.

Das Wirtschaftsministerium unter Peter Altmeier hat den Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ mittlerweite ausgewertet (2). Der 33 seitige Bericht „Nationale Strategie Wasserstoff“ des Wirtschaftsministeriums beschreibt sehr klar den Technologiehochlauf („Scale-Up“) der Wasserstoffwirtschaft.

Elektrische Überschusskapazitäten können in Wasserstoff gespeichert werden. In weiteren Ausbaustufen wird Wasserstoff zu Methan („Erdgas“) umgewandelt, das ohne Einschränkungen ins bestehende Netz eingespeist werden kann.

Es besteht ein gehöriges Potential, Fördermittel zu erhalten und Technologieführer von morgen in der Gemeinde anzusiedeln.  

Daher stellen wir für die kommende Ratssitzung den Antrag,

dass die Gemeinde Merzenich die angedachten Projekte „Innovative Energieproduktion mit Bioenergie-BHKW“ und „Solarautobahn A4“ um die Komponente „BürgerInnenenergie“ erweitert. Die Gemeinde unterstützt und partizipiert mit ihrem neuen Dorfmanager (Strukturmanager) bei der Gründung entsprechender Gesellschaften (Genossenschaft, GmbH o.ä.).

Gemeinsam mit Kommune, Gewerbetreibenden, Bürgerinnen und Bürgern können Dachflächen mit Solaranlagen bestückt werden. Mit geeigneten Partnern wird der Überschussstrom in der Gemeinde Merzenich in Wasserstoff umgewandelt (2. Ausbaustufe Methan), die Gase können im Erdgasnetz eingespeist werden und bei Dunkelheit über kleine Stirlingmotoreinheiten rückverstromt werden. Der heißen Abgase werden für Warmwasserbereitung und zur Heizung verwendet.

Die Gemeinde bemüht sich um die Ansiedelung von Unternehmen, die in die zukunftsindutrie Wasserstoff investieren wollen.

Idealer Weise kann sich die Gemeinde auf dem Kongress „Energieautonome Kommunen“ im Februar 2020 in Freiburg (3) publikumswirksam präsentieren.

Quellen:

(1): Projektseite „Drawdown“: https://www.drawdown.org/

(2): Handelsblatt 16.09.19: Energiewende: Klimaneutraler Wasserstoff: Altmeier plant Produktion in industriellem Maßstab

(3): https://www.energieautonome-kommunen.de/

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