Aktiver Schutz unserer wertvollen Ackerflächen beantragt

Die Fraktion aktiv für Merzenich hat für die kommende Ratssitzung folgenden Antrag gestellt:

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rückt den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer Präsidentschaft. Es ist davon auszugehen, dass EU Mittel zum Klimaschutz deutlich aufgestockt werden. Zudem soll das Rheinische Revier, also auch die Gemeinde Merzenich, erhebliche Fördermittel aus Strukturförderprogrammen erhalten. Die wurde in der sog. Kohlekommission beschlossen und befindet sich derzeit in der Umsetzung.

Im April 2019 hat sich die Gemeinde Merzenich bereits als Zukunftsregion „Agrar und Klima“ klar positioniert.

Ferner berichtet die EU im April 2019 darüber, dass bis zum Jahre 2030 mit einer erheblichen Erwärmung von mindestens 1.5°C zur vorindustriellen Zeit zu rechnen ist. Dürreperioden wie im Jahr 2018 und 2019 und massive Ernteverluste werden voraussichtlich auch in unserer Region zu einer neuen Realität:

„This means that hotter summers will be the norm throughout Europe. This will lead to increased occurrences of droughts and wildfires, as seen in the summer of 2018, the hottest on record and one in which 30-50% of certain key crops were lost in Europe (1, S.8). Übersetzt: Heiße Sommer werden in Europa die neue Wirklichkeit. Lange Dürreperioden und ein deutlich erhöhtes Risiko von Waldbränden wie im Jahre 2018 werden gehäuft auftreten. Ernteverluste von 30 – 50% können die Folge sein.”

Die Gemeinde Merzenich verfügt heute noch über die wertvollsten Ackerflächen in der Region, auf die wir alle zu Recht stolz sind. In einer auf die Zukunft ausgerichteten Agrarpolitik müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass diese Flächen erhalten und geschützt werden.

Landwirte berichten davon, dass in diesem Sommer die Böden in einer Tiefe von 2 Metern und mehr komplett ausgetrocknet waren. In der Ertragslandwirtschaft musste intensiv bewässert werden. Wo das nicht möglich war sind die Ernteerträge in den drastisch eingebrochen.
Unsere aufgeräumte Kulturlandschaft ist ausgesprochen anfällig für Winderosion.

Bürgerinnen und Bürger berichten, dass ihnen bei Spaziergängen im Sommer bereits bei leichtem Wind Staub von den Feldern ins Gesicht geblasen wurde. Unsere Landwirte haben Angst davor, die Böden zu verlieren.

Es ist aus unserer Sicht notwendig, dass unsere Ortslandwirte, interessierte Bürgerinnen und Bürger, dem Gemeinderat, zuständigen Behörden und Verbände sowie potentielle Projektpartner wie FZ Jülich und RWE schnellstmöglich zusammen kommen, damit bei positiver Fördermittellage die Umsetzung umgehend erfolgen kann.

Daher stellen wir für die kommende Ratssitzung den Antrag,
dass die Gemeinde Merzenich die angedachten Projekte „AGRIBUSINESS 5.0“ und „Biodiversität in der Kulturlandschaft“ gemeinsam mit den o.g. Partnern schnellstmöglich vorbereit und bei positiver Fördermittellage umgehend umsetzt

Quellen:
(1): Global Trends to 2030 – CHALLENGES AND CHOICES FOR EUROPE
https://ec.europa.eu/assets/epsc/pages/espas/

Wird Merzenich energieautonom?

Damit Bürgerinnen und Bürger von der Umstellung unserer Energiesysteme auf erneuerbare Quellen profitieren hat die Fraktion aktiv für Merzenich hat für die kommende Ratssitzung folgenden Antrag gestellt:

Durch die fortschreitende Temperaturerhöhung besteht zunehmend das Risiko, dass Großkraftwerke aufgrund von Kühlwassermangel gedrosselt werden müssen. Des Weiteren wurde über die Grenzwertverschärfung für Quecksilber gemäß EU-Durchführungsverordnung EU 2017/1442 und der dadurch resultierenden Einschränkung des Weiterbetriebs der rheinischen Kohlekraftwerke über August 2021 hinaus, immer noch nicht abschließend beschieden.

Eine zukünftige dezentrale Stromversorgung ist für die Gemeinde Merzenich eine notwendige Investition für die Zukunft, damit keine Energieengpässe („Blackout“) vorkommen.

Die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rückt den Klimaschutz in den Mittelpunkt ihrer Präsidentschaft. Es ist davon auszugehen, dass EU Mittel zum Klimaschutz deutlich aufgestockt werden. Hier ist unter anderem die Wiederaufnahme des Programms energieautonome Kommunen – „Sustainable energy communities“ zu nennen. Zudem soll das Rheinische Revier, also auch die Gemeinde Merzenich, erhebliche Fördermittel aus Strukturförderprogrammen erhalten. Die wurde in der sog. Kohlekommission beschlossen und befindet sich derzeit in der Umsetzung.

Im April 2019 hat sich die Gemeinde Merzenich bereits als Zukunftsregion „Agrar und Klima“ klar positioniert.

Energieautonome Kommunen werden als innovative Lösungen für die Zukunft von führenden Wissenschaftlern als gute Möglichkeit gesehen, um den CO2 Ausstoß im Energiesektor drastisch zu senken. Das Projekt „Drawdown“ bezeichnet den solaren Ausbau im Dachbereich als sehr effektives Mittel, um weltweit 24 Gt CO2 einzusparen. Investitionskosten von 450 MRD. $ stehen Einsparungen von 3460 MRD $ gegenüber. Merzenich hat genügend Dachflächen, um die Gemeinde mit mehr Strom zu versorgen als tatsächlich benötigt wird.

Das Wirtschaftsministerium unter Peter Altmeier hat den Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ mittlerweite ausgewertet (2). Der 33 seitige Bericht „Nationale Strategie Wasserstoff“ des Wirtschaftsministeriums beschreibt sehr klar den Technologiehochlauf („Scale-Up“) der Wasserstoffwirtschaft.

Elektrische Überschusskapazitäten können in Wasserstoff gespeichert werden. In weiteren Ausbaustufen wird Wasserstoff zu Methan („Erdgas“) umgewandelt, das ohne Einschränkungen ins bestehende Netz eingespeist werden kann.

Es besteht ein gehöriges Potential, Fördermittel zu erhalten und Technologieführer von morgen in der Gemeinde anzusiedeln.  

Daher stellen wir für die kommende Ratssitzung den Antrag,

dass die Gemeinde Merzenich die angedachten Projekte „Innovative Energieproduktion mit Bioenergie-BHKW“ und „Solarautobahn A4“ um die Komponente „BürgerInnenenergie“ erweitert. Die Gemeinde unterstützt und partizipiert mit ihrem neuen Dorfmanager (Strukturmanager) bei der Gründung entsprechender Gesellschaften (Genossenschaft, GmbH o.ä.).

Gemeinsam mit Kommune, Gewerbetreibenden, Bürgerinnen und Bürgern können Dachflächen mit Solaranlagen bestückt werden. Mit geeigneten Partnern wird der Überschussstrom in der Gemeinde Merzenich in Wasserstoff umgewandelt (2. Ausbaustufe Methan), die Gase können im Erdgasnetz eingespeist werden und bei Dunkelheit über kleine Stirlingmotoreinheiten rückverstromt werden. Der heißen Abgase werden für Warmwasserbereitung und zur Heizung verwendet.

Die Gemeinde bemüht sich um die Ansiedelung von Unternehmen, die in die zukunftsindutrie Wasserstoff investieren wollen.

Idealer Weise kann sich die Gemeinde auf dem Kongress „Energieautonome Kommunen“ im Februar 2020 in Freiburg (3) publikumswirksam präsentieren.

Quellen:

(1): Projektseite „Drawdown“: https://www.drawdown.org/

(2): Handelsblatt 16.09.19: Energiewende: Klimaneutraler Wasserstoff: Altmeier plant Produktion in industriellem Maßstab

(3): https://www.energieautonome-kommunen.de/